WIRTSCHAFTSSPIEGEL – Ausgabe 3/2023

Alternative Antriebe 13 Foto: Fokussiert - stock.adobe.com gen bestehen: Im Forschungsstrang will das DLR mit Wissenschaft und Industrie neue Technologien und Prozesse erproben. Die Forschenden wollen dafür detaillierte wissenschaftliche Analysen durchführen und einzelne Komponenten optimieren. Der Demonstrationsstrang besteht aus einer semi-industriellen Anlage, die jährlich bis zu 10.000 Tonnen strombasierte Kraftstoffe produziert. Zusammengenommen wäre das Projekt die weltweit größte Forschungsanlage im Bereich der strombasierten Kraftstoffe, erklärt das DLR. Vorteile von E-Fuels E-Fuels können in herkömmlichen Verbrennungsmotoren verwendet werden, ohne dass das Fahrzeugmodell oder der Motor angepasst werden muss, was sie für die Umrüstung von bereits existierenden Fahrzeugflotten geeignet macht. Sie können den CO2-Fußabdruck von Fahrzeugen reduzieren, da die Emissionsreduktion nicht nur auf dem Kraftstoff selbst beruht, sondern auch auf der Art und Weise, wie der Kraftstoff produziert wird. E-Fuels können eine zuverlässige Ergänzung zu Elektrofahrzeugen darstellen, insbesondere bei Anwendungen, bei denen Elektrofahrzeuge aufgrund von Reichweitenbeschränkungen nicht geeignet sind. Nachteile von E-Fuels Die Herstellung von E-Fuels erfordert einen hohen Energieaufwand, was die Effizienz reduzieren und die Kosten erhöhen kann. E-Fuels sind teurer als herkömmliche Kraftstoffe, was sich negativ auf die Nachfrage auswirken kann. Aber das muss nicht so bleiben. Für den ADAC scheint perspektivisch ein Preis von weniger als zwei Euro pro Liter machbar. Nach Aussagen des Automobilclubs spreche dafür einerseits, dass die Produktionskosten für regenerativen Strom fallen, und andererseits eine hochfahrende Massenherstellung die E-Fuels günstiger werden ließe. Prognosen rechnen mit einem Preis von 1,45 bis 2,24 Euro für einen Liter E-Benzin inklusive Steuern im Jahr 2050. Wichtig zu wissen: Gegenwärtig liegt der Wirkungsgrad von E-Fuels nur bei etwa 10 bis 15 Prozent. Elektroautos können 80 bis 90 Prozent der Ausgangsenergie auf die Straße bringen. Unser Fazit Insgesamt sind E-Fuels perspektivisch eine interessante Möglichkeit, um den CO2-Ausstoß von Fahrzeugen zu reduzieren, insbesondere für Fahrzeuganwendungen, bei denen alternative Antriebe nicht geeignet sind. Es ist jedoch wichtig, dass ihre Herstellung auf erneuerbare Energiequellen beschränkt wird, um ihren Nutzen für die Umwelt zu maximieren. Bis es dazu kommt, wird es allerdings noch lange dauern. (tl)

RkJQdWJsaXNoZXIy NDE3NTI=